Lanex Yachting

Anker & Festmacher

Ankerleine richtig wählen: Material, Durchmesser und Länge

Die Ankerleine hält das ganze Boot. Welches Material Ruckbelastungen dämpft, welcher Durchmesser zu Ihrem Boot passt und wie viel Leine Ihre Ankerplätze brauchen.

Warum die Ankerleine anders ist als andere Leinen

Bei Fallen und Schoten wollen wir möglichst wenig Dehnung. Bei der Ankerleine ist es genau umgekehrt: Ein Boot vor Anker stampft in der Welle, reißt an Kette und Leine, und jede Ruckbelastung geht in den Anker und die Bugbeschläge. Eine Leine, die sich etwas dehnt, nimmt diese Lasten auf und schont Ankergeschirr und Boot. Deshalb eignen sich Dyneema oder steifes, vorgerecktes Polyester nicht zum Ankern.

Material: Polyamid, Polyester oder recycelte Faser

Die beste Dämpfung bietet Polyamid (Nylon). Es ist sehr fest, abriebbeständig und dehnt sich unter Last; nass verliert es etwas Festigkeit, was die Hersteller einkalkulieren. Unsere Anker- und Festmacherleinen Flexon und Mariner sind aus Polyamid. Polyester ist etwas steifer, dafür sehr UV-beständig und günstiger; die hochfeste Laguna ist eine gute Wahl, wenn eine Leine zum Ankern und Festmachen dienen soll. Der dritte Weg ist Eco anchor aus recycelter Faser auf Polyesterbasis, die sich wie eine klassische Ankerleine verhält, nur mit kleinerem ökologischem Fußabdruck.

Durchmesser nach Bootsgröße

Der Durchmesser von Anker- und Festmacherleinen richtet sich nach der Rumpflänge. Für Boote bis 9 Meter empfehlen wir 12 mm, bis 12 Meter 14 mm, bis 15 Meter 16 mm und 18 mm für größere Yachten. Dicker ist nicht automatisch besser: Die Leine muss durch Klüse und Ankerwinde passen, und unnötiges Gewicht am Bug tut dem Boot nicht gut. Den genauen Wert für Ihr Modell zeigt der Bootsfinder.

Länge: das Fünf- bis Siebenfache der Wassertiefe

Die Ankerleine sollte das Fünf- bis Siebenfache der Wassertiefe messen, bei starkem Wind eher mehr. Wer meist in 5 bis 8 Metern ankert, kommt mit 40 bis 50 Metern aus; an Ostsee und Nordsee mit Tide und im Mittelmeer mit tieferen Buchten rechnen Sie mit 50 bis 60 Metern. Ein Kettenvorlauf am Anker verbessert das Halten und schützt die Leine vor Scheuern am Grund.

Schutz und Pflege

Die meisten Ankerleinen gehen an der Bugklüse kaputt. Nutzen Sie einen Scheuerschutz, spülen Sie die Leine nach dem Ankern im Sand und schließen Sie das Ankerende mit gespleißtem Auge und Kausch statt mit einem Knoten ab, der die Leine an der Stelle schwächt. Prüfen Sie regelmäßig auf Aufrauen und kürzen Sie beim ersten Anzeichen den betroffenen Abschnitt, weshalb sich eine Reserve beim Kauf lohnt.

Nicht sicher?

Wählen Sie Ihr Boot und erhalten Sie Durchmesser- und Längenempfehlungen für jede Position, oder schreiben Sie uns.

Häufige Fragen

Welcher Ankerleinen-Durchmesser für ein 10-m-Boot?+

Für ein Boot um 10 Meter empfehlen wir eine 14-mm-Ankerleine; bis 9 Meter reichen 12 mm, über 12 Meter wählen Sie 16 mm.

Kann eine Ankerleine aus Dyneema sein?+

Nicht empfehlenswert. Dyneema dehnt sich kaum, dämpft also keine Ruckbelastungen, und schwimmt. Zum Ankern wählen Sie elastisches Polyamid oder Polyester.

Wie lang sollte die Ankerleine sein?+

Das Fünf- bis Siebenfache der Wassertiefe. Für übliches Ankern in 5 bis 8 Metern reichen 40 bis 50 Meter, für tiefere Buchten rechnen Sie mit 50 bis 60 Metern.